Eine kleine Beschreibung einer Autofahrt von der Bultenweg zu einer Freundin im Osterholzer Möhlendamm.

Erst dachte ich mir, “Manuela, fahr doch mit der Strassenbahn.” Dann sah ich online in den Fahrplan der BSAG und bekam einen Schrecken, da ich bislang nicht wusste, wie schlecht der Kundenservice ist.

11 Minuten Fussweg zur Haltestelle Graubündener Strasse, die ich zudem schlecht bewältigen kann. Zwar bin ich mit 29 Jahre noch ziemlich jung aber ich habe nach einem Beinbruch immer noch Schmerzen im Bein. Dann mit der Linie 1 eine Haltestelle fahren. Kein Problem. Nur eine Minute. Aber dann 7 Minuten + 5 Minuten (Verspätung wurde mir online angezeigt) warten auf den 37er !!! Der 37er, wie ich festgestellt habe, nur 3 x in der Stunde fährt. Ich bin somit fast 30 Minuten unterwegs mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Also in den Wagen. Sind nur 4 Minuten. Ich fahre aus dem Bultenweg und halte selbstverständlich an. Da rast auch schon mit Affengeschwindigkeit ein Fahrradfahrer abends um 17h39 ohne Licht an mir vorbei, obwohl es dunkel ist.

Ich biege vorsichtig links ab. Das hier meine Person Vorfahrt hat vor dem Linksverkehr (rechts vor links gilt immer noch, wenn kein Verkehrszeichen die Vorfahrt anders regelt), interessierte dem nächsten Radfahrer, der wieder ohne Licht fuhr aber auf der Strasse, überhaupt nicht. Also Vollbremsung, um den armen Radfahrer nicht platt zu machen gleichwohl ich Vorfahrt hatte aber ich bin ja nicht so. Jedem passieren Fehler und man weiß ja, das Radfahrer in der Regel sich an für sie auch geltenden Verkehrsregeln nicht halten. Kurz bevor ich die Graubündener Strasse erreiche, muss ich im Schneckentempo fahren. 4 Radfahrer – 3 davon ohne Licht – fahren nebeneinander freihändig (5 € Ordnungsstrafe). Endlich auf der Graubündener Strasse. Ich habe grün und fahre mit Tempo 45 (erlaubt sind 50) über die Strasse, werde zu einer erneuten Vollbremsung gezwungen, weil ein Radfaher – ohne Licht – mit einem Mp3 Player im Ohr bei Rot über die Strasse fährt. “Dumme Kuh”, “Schlampe” (das Wort mit “V” erwähne ich lieber mal nicht). Welch herzliche Begrüssung dafür, das ich für einen Radfahrer bremse, der bewusst ohne Licht bei Rot über die Ampel fährt. Endlich an der Kreuzung Züricher Strasse angekommen. 4 weitere Radfahrer ohne Licht (auf dem Radweg, davon 2 Radfahrer auf der falschen Seite) begegnet sowie einen Radfahrer, der auf der richtigen Seite fuhr, Licht anhatte aber telefonierte.

Ich biege links ab, bleibt brav stehen, weil die Fussgänger noch grün haben. Die Ampel springt auf Rot um für die Fussgänger und ich fahre vorsichtig weiter. Auf einmal schlägt ein Aktenkoffer eine Beule in meine Kühlerhaube. Ein wutentbrannter FahrradRAMBO, der bewusst bei Rot, wieder ohne Licht über die Strasse wollte. “Sie sollte man in umbringen” brüllt er. “Du fette Schlampe!!!!” Gut, das ich den Wagen von innen verriegelt hatte. Angst pur.

Endlich komme ich in die Davoser Strasse. Hier fahren 3 Fahrradfahrer auf der richtigen Seite, haben Licht an, bleiben ordnungsgemäß an der roten Ampel stehen. Wie man sieht, geht es aber es ist die Ausnahme. Schlussendlich habe ich statt knapp 30 Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dank Fahrrad RAMBOS nicht nur Angst um mein Leben gehabt, eine verbeulte Kühlerhaube (kostet mir ca. 750 €) sondern war auch 19 Minuten unterwegs. Und das nur, weil ständig bei Rot über die Ampel gefahren wird.

Als ich meine Freundin wieder verliess war es 21h50. Es kamen mir 19 Radfahrer auf den Rückweg entgegen. 7 machten alles richtig (das einer auf der falschen Seite fuhr, lass ich mal so gelten) aber 12 fuhren ohne Licht (4 davon mit Musik im Ohr, 2 am telefonieren). Es kam mir ein Polizeiwagen entgegen aber der machte nichts. Den Autofahrer hinter mir, dessen Rücklicht defekt war, hielten sie natürlich an.

Als ich zu Hause ankam, rief mir ein Fahrradfahrer entgegen “Du fette Sau! Fahr mal Rad. Das ist gesünder.” Er hatte natürlich kein Licht an.

Manuela Mini Map